Chistmas in Poland

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Da wir über Weihnachten in Istanbul sind, mussten wir uns im Vorfeld überlegen, wie wir es schaffen, dass Weihnachten für uns nicht komplett ausfällt. Das gemeinsame Weihnachtsessen haben wir also einfach vorgezogen - auf den dritten Advent.

Meine Mama hat direkt vorgeschlagen, dass wir bei uns zu Hause essen und polnisch kochen. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich warte jedes Jahr auf das besondere Essen an Heiligabend und bin meiner Mama dankbar, dass ich dieses Jahr trotz der Reise, zu dem Genuss kommen konnte.



Obwohl wir schon seit mehr als sechs Jahren in Deutschland leben, feiern wir Weihnachten immer noch "auf polnisch" und ich kann mir es nicht anders vorstellen. Ich liebe unsere Traditionen!! Diese konnten Denise und ihre Familie heute auch ein wenig kennen lernen.

An Heiligabend kochen wir immer den ganzen Tag zusammen bis der erste Stern auf dem Himmel erscheint.
Dann versammelt sich die ganze Familie am Tisch um die Weihnachtsevangelien zu lesen und gemeinsam zu beten. Als nächstes folgt eines der schönsten Rituale: Die Teilung einer geweihten Oblate - diese haben wir in den letzten Jahren von unserer Oma aus Polen geschickt bekommen (ansonsten kriegt man sie in der Kirche). Die Oblate ist ein Zeichen der Versöhnung, der Liebe und des Friedens. Jeder bricht sich ein Stückchen der Oblate ab und teilt es mit allen Anwesenden. Für mich ist das der aller schönste Moment an Heiligabend! Man wünscht sich alles Gute und entschuldigt sich ggf. sogar. Es ist also ein sehr persönlicher und emotionaler Vorgang - da fließen bei dem einen oder anderen dann sogar die Tränen.
Die Oblate wird nicht nur unter uns Menschen geteilt, auch alle im Haus lebenden Tiere bekommen ein Stück, denn wir glauben, dass sie in dieser Nacht mit uns sprechen können.



In Polen werden an Heiligabend zwölf verschiedene Gerichte serviert, da Christi zwölf Apostel hatte. Wir essen jedoch bis Mitternacht kein Fleisch. Auf unserem Tisch findet man daher viel Fisch, wie z.B. Hering oder Karpfen und Gerichte aus Pilzen. Am liebsten esse ich Pierogi (das unten rechts abgebildete Foto). Pierogi sind mit Pilzen und Weißkraut gefüllte Teigtaschen.
Es ist wichtig, dass man von jedem Gericht etwas probiert - das bringt der Familie im nächsten Jahr mehr Wohlstand!


Wir waren heute acht Personen auf dem Tisch standen jedoch neun Teller. Der neunte Teller ist für Obdachlose oder Einsame. Würden sie an diesem Abend bei uns klingen, wären die herzlich willkommen.

Nach dem Essen werden Weihnachtslieder gesungen bis sich die ganze Familie dann neben dem Tannen-baum versammelt um Geschenke auszupacken.

Heute wurden die ersten Geschenke ausgepackt und es war so schön den fröhlichen und strahlenden Gesichtern zuzuschauen. Es wurde erzählt, gelacht und genossen.

Und es gibt ein gemeinsames Foto von unseren Brüdern :)




Kommentare:

Kristina Jäger hat gesagt…

Ich finde es so spannend zu sehen wie ihr Weihnachten feiert. Und irgendwie ist es immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich Weihnachten gefeiert wird. Ihr habt richtig schöne Traditionen! :)

Sarah hat gesagt…

Hab letztens noch bei Galileo gesehen dass das Weihnachtsessen in Polen ein wenig 'außergewöhnlich' ist.
Schön zu sehen, dass das hier auch so weiter gefüht wird.

http://awaytobudapest.blogspot.com

Raphaela hat gesagt…

Wow, das sind wirklich richtig tolle Traditionen. So stelle ich mir ein Weihnachten vor.. wirklich verbindend..die Oblate auch mit Tieren zu teilen, die verschiedenen Gerichte und vor allem der Brach mit dem Teller für Obdachlose oder Bettler ist echt schön..
Hört sich alles echt schön an! Tollen Blog habt ihr übrigens!<3